Stadtgeschichte

Die Stadt Wuppertal ist weit über ihre Grenzen hinaus bekannt. Die Schwebebahn fasziniert auch mehr als hundert Jahre nach ihrer Einweihung noch immer Menschen aus aller Welt. Zum Lernen an der Bergischen Universität Wuppertal kommen Studierende von nah und fern. Die Stadt an der Wupper hat eine lange Geschichte, die weiter zurück geht als die Stadtgründung 1929. 

Was ist die Geschichte dieser Stadt und ihrer Bürger? Was bedeutet das Stadtwappen? Welche berühmten Persönlichkeiten brachte die Stadt hervor?


Eine kurze Stadtchronik

Die Stadt Wuppertal ist 1929 durch die Zusammenlegung von Barmen, Elberfeld, Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel gegründet worden. Am 01.08.1929 ist die Stadtgründung im Rahmen des Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets erfolgt. Die Geschichte der Region geht jedoch viel weiter zurück und kann bis ins 14. Jahrhundert durch Dokumente verfolgt werden, die im Stadtarchiv bewahrt werden.

Elberfeld wurde erstmals 1161 urkundlich erwähnt und war ursprünglich ein Tafelgut des Kölner Erzbischofs. Die Burg Elberfeld, die erste Befestigung des Ortes, wurde vor Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut. 1430 wurde der Ort zum Herzogtum Berg geordnet. Rund 180 Jahre später, 1610, erhielt Elberfeld das Stadtrecht. 1678 brannte die Stadt fast vollkommen nieder, rund 350 Wohnhäuser wurden Opfer der Flammen.

Barmen gehörte um 1070 als Hof "barmon" dem Kloster Werden an. Bis Ende des 17. Jahrhunderts ein Dorf, wurde Barmen im 14. Jahrhundert als Besitz des Grafen von Berg dem Amt Beyenburg zugeteilt. 1808 erfolgte die Verleihung des Stadtrechtes.

Vohwinkel war und ist ein Verkehrsknotenpunkt, das Stadtrecht erhielt der heutige Stadtteil 1921. Cronenberg, um 1050 Ersterwähnung, ist ein Zentrum der deutschen Werkzeugindustrie. Noch heute finden sich hier traditionsreiche Unternehmen wie Stahlwille und Knipex. Ronsdorf war Mittelpunkt einer vielfältigen Industrie und Zentrum verschiedener religiöser Strömungen. In Beyenburg, das 1303 erstmals urkundlich erwähnt wurde, stehen heute viele Gebäude unter Denkmalschutz. Rund um die Klosterkirche, die Ende des 15. Jahrhunderts erbaut wurde, findet sich der historischer Ortsteil.

1527 wurde Barmen und Elberfeld im Herzogtum Berg das Privileg der Garnnahrung verliehen. Dies bedeutete für die Städte das Monopol Garne zu bleichen und zu verkaufen. Die Garnbleicherei war der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Textil- und Bekleidungsindustrie und aller anderen Industriezweige, die heute den Hauptschwerpunkt bilden: Eisen- und Metall verarbeitende Industrie, Branchen der Chemie- und Elektroindustrie sowie Maschinenbau und Automobilzubehör. Bereits 1784 wurde von Johann Gottfried Brügelmann die erste Baumwollspinnerei auf dem Kontinent errichtet. Die Region des Tals der Wupper profitierte intensiv von der Industrialisierung. Barmen und Elberfeld, auch als Deutsches Manchester bezeichnet, wurden ein innovatives Zentrum des 19. Jahrhunderts. Elberfeld und Barmen wurden als wachsende Wirtschaftszentren früh an die Eisenbahn angeschlossen. In kürzester Zeit wuchs die Einwohnerzahl der Städte drastisch. Neben der Gründung wichtiger Unternehmen, wie zum Beispiel Bayer, waren Armut und Umweltverschmutzung zentrale Themen in den Städten. Verschiedene Religionen, politische Strömungen und Schichten fanden sich im heutigen Wuppertaler Stadtgebiet wieder. 

Das Wahrzeichen Wuppertals, die Schwebebahn wurde von dem Kaiserpaar Wilhelm II. und Auguste Viktoria eingeweiht und ist seit 1901 ein Öffentliches Verkehrsmittel.

Der Erste Weltkrieg bedeutete auch für die Wuppertaler Region eine einschneidende Zeit. Durch die französische Besetzung des Ruhrgebietes wandelte sich das Tal der Wupper zu einer Grenzregion. Ende der 1920er Jahre wurde, nach dem Abzug der französischen Besatzung, das Rheinland neu geordnet. So entstand die gemeinsame Stadt an der Wupper 1929, erst ein Jahr später erhielt sie ihren Namen „Wuppertal“. Schon vor der Machtergreifung fanden die Nationalsozialisten viel Unterstützung in Wuppertal. Adolf Hitler besuchte Elberfeld erstmalig 1922. Bereits 1929 saß die NSDAP im Stadtrat. In der frühen Zeit des Nationalsozialismus wurde das KZ Kemna durch die SA errichtet, das bis 1934 bestand. Es war das einzige Konzentrationslager im Regierungsbezirk Düsseldorf. In Wuppertal formierte sich jedoch auch Widerstand gegen das NS-Regime, 1934 wurde die so genannte Barmer Erklärung verabschiedet. Im Zweiten Weltkrieg fanden mehrere schwere Luftangriffe auf Wuppertal statt, bei dem viele historische Gebäude zerstört wurden. Besonders die Zentren von Barmen und Elberfeld wurden schwer getroffen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wuppertal wieder aufgebaut und entwickelte sich zu der bergischen Großstadt, die wir heute kennen. Verschiedene Unternehmen, wie Glanzstoff und Elba prägten die wirtschaftliche Entwicklung. Mit der Gründung der Universität als Gesamthochschule 1972 wurde die Stadt nachhaltig geprägt. Heute ist die Bergische Universität Wuppertal, wie sie offiziell seit 2003 heißt, ein wichtiger Teil der Stadt. Mit über 22.000 Studierenden im Wintersemester 2019/2020 ist Wuppertal nun auch eine Universitätsstadt.


Stadtwappen

Im Wappen der neuen Großstadt wurden sinngemäß die aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammenden Schöffensiegel und späteren Wappen der beiden ältesten Gemeinden Barmen (der Bergische Löwe auf einem Garnbündel als Gewerbezeichen stehend, 1516) und Elberfeld (der Bergische Löwe mit dem Rost, dem Symbol des Schutzheiligen Laurentius, 1556 und früher) verschmolzen.

Dabei wird der Bergische Löwe als allen vereinigten Gemeinden gemeinsames Landeswappen auch Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel gerecht, deren Wappen aus jüngerer Zeit zum Teil "unheraldisch", also nicht den heraldisch strengen Regeln entsprechend, zu betrachten sind.

Beschreibung:

Die heraldisch korrekte Beschreibung des Wappens der Stadt Wuppertal lautet:
Das Wappen der Stadt Wuppertal zeigt in Silber einen zweigeschwänzten roten Löwen, auf zwei goldenen Garnsträngen stehend, blau bewehrt und blau gekrönt, welcher einen schwarzen Rost hält.

Das Preußische Staatsministerium genehmigte durch Erlass vom 29. Juni 1934 das von Wolfgang Pagenstecher geschaffene Wappen.


Wuppertaler Oberbürgermeister

Nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur wurden von den Alliierten zunächst drei Oberbürgermeister ernannt: Eugen Thomas, Dr. Hans Bremme und Eugen Richter. Der erste freigewählte Oberbürgermeister war 1946 der Gewerkschaftsführer Robert Daum.

Dr. Paul Hartmann, 01.08.1929-15.01.1931

Julius Friedrich, 16.04.1931-21.01.1937

Wilhelm Gelberg (NSDAP), 05.04.1937-20.01.1938

Dr. Robert Friedrich (NSDAP), 21.01.1938-22.01.1940

Heinz Gebauer (NSDAP), 08.05.1940-16.04.1945

Eugen Thomas, 04.05.1945-09.11.1945

Dr. Hans Bremme, 09.11.1945-16.01.1946

anschließend vom 16.01.1946 bis zum 15.01.1958 Oberstadtdirektor

Eugen Richter (F.D.P.), 16.01.1946-30.10.1946

Robert Daum (SPD), 30.10.1946-1.11.1948, 02.11.1949-07.11.1951

Dr. Otto Schmidt (CDU), 01.11.1948-02.11.1949

Heinrich Schmeißing (CDU), 07.11.1951-09.11.1956

Hermann Herberts (SPD), 09.11.1956-29.03.1961, 05.10.1964-24.11.1969

Dr. Heinz Frowein (CDU), 29.03.1961-05.10.1964

Johannes Rau (SPD), 24.11.1969-28.09.1970

Gottfried Gurland (SPD), 28.09.1970-15.10.1984

Ursula Kraus (SPD), 15.10.1984-31.10.1996

Dr. Hans Kremendahl (SPD), 01.11.1996-12.10.2004

Peter Jung (CDU), 12.10.2004-20.10.2015

Andreas Mucke (SPD), seit 21.10.2015


Töchter und Söhne der Stadt

Pina Bausch Tänzerin und Choreografin, Tanzpädagogin und Ballettdirektorin des nach ihr benannten Tanztheaters in Wuppertal, geb. 27.07.1940 in Solingen, gest. 30.06.2009 in Wuppertal.

Friedrich Bayer Gründer der Farbenfabriken Bayer, geb. 06.06.1825 in Barmen, gest. 06.05.1880 in Würzburg.

Friedrich Carl Duisberg Chemiker und Unternehmer, geb. 29.09.1861 in Barmen, gest. 19.03.1935 in Leverkusen.

Friedrich Engels Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus, geb. 28.11.1820 in Barmen, gest. 05.08.1895 in London.

Johann Carl Fuhlrott Pädagoge und Naturwissenschaftler in Elberfeld, 1856 Entdecker des Neandertalers, geb. 31.12.1803 in Leinefelden, gest. 17.10.1877 in Elberfeld.

Adolph Kolping Katholischer Geistlicher, wurde 1847 Präses des ersten katholischen Gesellenvereins Deutschlands in Elberfeld, der 1846 von Johann Gregor Breuer (1820-1897) gegründet worden war, geb. 08.12.1813 in Kerpen bei Köln, gest. 04.12.1865 in Köln.

Else Lasker-Schüler Dichterin, geb. 11.02.1869 in Elberfeld, gest. 22.01.1945 in Jerusalem.

Ferdinand Sauerbruch Chirurg, geb. 03.07.1875 in Barmen, gest. 02.07.1951 in Berlin.

Helene Stöcker Frauenrechtlerin, geb. 13.11.1869 in Elberfeld, gest. 24.02.1943 in New York.

Übrigens: in unserer Personenkartei finden Sie Informationen zu zahlreichen weiteren Wuppertaler Töchtern und Söhnen. 

 

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